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ChordPro: Songs mit Akkorden als Text schreiben

ChordPro ist ein Textformat für Songs mit Akkorden. Du schreibst den Liedtext ganz normal. Die Akkorde setzt du in eckigen Klammern direkt vor die Silbe, auf der sie gespielt werden. Eine App macht daraus ein sauberes Akkordblatt.

Das Format ist über dreißig Jahre alt und offen beschrieben auf chordpro.org. Viele Songbook-Apps lesen es. Deine Songs gehören damit dir und nicht einer bestimmten App.

So sehen die meisten Akkordblätter aus, die man im Netz findet:

G G7 C G
A-mazing grace, how sweet the sound

Das funktioniert, solange niemand etwas verändert. Die Akkorde stehen nur deshalb an der richtigen Stelle, weil Leerzeichen sie dorthin schieben. Drei Dinge bringen das durcheinander:

  • Eine andere Schrift. In fast jeder Schrift ist ein „m“ breiter als ein „i“. Die Leerzeichen passen dann nicht mehr.
  • Ein schmaler Bildschirm. Bricht die Textzeile um, bleibt die Akkordzeile stehen.
  • Transponieren. Aus C wird C#. Der Akkord ist ein Zeichen länger und schiebt alles dahinter nach rechts.

ChordPro löst das, indem der Akkord an der Silbe hängt und nicht an einer Spaltennummer:

Quelltext

A[G]mazing [G7]grace, how [C]sweet the [G]sound

Ergebnis in GigSpace

AGmazing G7grace, how Csweet the Gsound

Die App setzt G über „mazing“, egal wie breit der Bildschirm ist.

Quelltext

{title: Amazing Grace}
{artist: Traditional}
{key: G}
{time: 3/4}
{tempo: 80}
{start_of_verse: Strophe 1}
A[G]mazing [G7]grace, how [C]sweet the [G]sound
That [G]saved a [Em]wretch like [D]me
I [G]once was [G7]lost, but [C]now am [G]found
Was [Em]blind, but [D]now I [G]see
{end_of_verse}
{comment: Zweite Strophe nur Gesang und Klavier}

Ergebnis in GigSpace

Amazing Grace
AGmazing G7grace, how Csweet the Gsound
That Gsaved a Emwretch like Dme
I Gonce was G7lost, but Cnow am Gfound
Was Emblind, but Dnow I Gsee
Zweite Strophe nur Gesang und Klavier

Mehr brauchst du für den Anfang nicht. Der Rest dieser Seite erklärt die drei Bausteine.

Ein Akkord steht in [ ] direkt vor der Silbe. Zwischen Klammer und Silbe kommt kein Leerzeichen. Steht ein Akkord zwischen zwei Wörtern, darf er auch allein stehen: [C] [G] [Am] [F] ergibt eine reine Akkordzeile für ein Intro.

GigSpace versteht die üblichen Schreibweisen:

Du schreibstBedeutung
[Am]a-Moll
[Cmaj7], [G7], [Dsus4]Vierklänge und Vorhalte
[Bdim], [Caug], [Cadd9], [C7(b9)]vermindert, übermäßig, mit Zusatzton
[G/B]G-Dur mit dem Basston H, international B (Slash-Akkord)
[N.C.]Pause, kein Akkord

Alles in { } ist eine Anweisung an die App. Sie wird nicht als Text gedruckt. Die wichtigsten stehen oben im Song und beschreiben ihn:

DirektiveWofür
{title: …} oder kurz {t: …}Titel
{artist: …}Interpret
{key: G}Tonart
{capo: 2}Kapodaster im 2. Bund
{tempo: 80}Tempo in BPM
{time: 3/4}Taktart

Mitten im Song sind Kommentare nützlich. {comment: Break, nur Drums} oder kurz {c: …} erscheint als Hinweis im Akkordblatt. Die Band sieht ihn beim Spielen.

Alle Direktiven stehen auf der Seite Alle Direktiven im Überblick.

Strophe, Refrain und Bridge fasst du in ein Paar aus Start und Ende:

Quelltext

{start_of_chorus}
[C]Refrainzeile eins
[G]Refrainzeile zwei
{end_of_chorus}

Ergebnis in GigSpace

CRefrainzeile eins
GRefrainzeile zwei

Für die häufigsten gibt es Kurzformen: {soc} und {eoc} für den Refrain, {sov} und {eov} für die Strophe, {sob} und {eob} für die Bridge. Hinter dem Doppelpunkt darf eine Beschriftung stehen, etwa {start_of_verse: Strophe 2}.

GigSpace hebt den Refrain mit einer Linie am Rand ab. Soll er später noch einmal kommen, genügt dort ein einzelnes {chorus}.

Vergisst du ein {end_of_…}, meldet der Editor unter dem Eingabefeld zum Beispiel „{start_of_verse} hat kein Ende.“ Tippst du auf den Namen, springt der Editor in die Zeile, in der der Abschnitt beginnt.

ChordPro ist international. Dort heißt der Ton, den wir in Deutschland H nennen, B. Unser B heißt dort Bb. Eine Datei mit [H7] versteht deshalb fast keine andere App.

In GigSpace musst du dich nicht umgewöhnen:

  • Öffne beim Spielen Darstellung und stelle Akkordnamen auf Deutsch. Das gilt dann im ganzen Songbook auf diesem Gerät.
  • Mit dieser Einstellung darfst du im Editor und beim Importieren H schreiben. GigSpace speichert den Song international. So bleibt er mit anderen Apps austauschbar.
  • Angezeigt wird trotzdem H. Auch nach dem Transponieren.

Du hast schon Akkordblätter mit Akkorden über dem Text?

Abschnitt betitelt „Du hast schon Akkordblätter mit Akkorden über dem Text?“

Dann musst du nichts abtippen. Füge den Text im Editor ein und tippe auf Aus Leadsheet umwandeln. GigSpace erkennt die Akkordzeilen und setzt jeden Akkord vor die richtige Silbe. Überschriften wie „Chorus:“, „[Refrain]“ oder „Strophe 2:“ werden zu Abschnitten. Gefällt dir das Ergebnis nicht, nimmst du es mit Rückgängig: Umwandlung aus Leadsheet zurück.

Die Umwandlung ist vorsichtig. Ein Wort wie „Ende“ oder „Fine“ bleibt Text, auch wenn es mit einem Tonnamen anfängt. Eine Zeile, die sie nicht sicher als Akkordzeile erkennt, bleibt Liedtext. Schritt für Schritt, mit Bildern, steht es unter Songs importieren.

Ein paar Direktiven gibt es nur in GigSpace. Sie machen ein Akkordblatt beim Spielen bedienbar:

  • {jump_target: solo} setzt eine Sprungmarke. {jump: solo} wird zu einem Knopf „Gehe zu: solo“, der dorthin springt.
  • {ds} und {coda} erscheinen als gut sichtbare Marken „D.S.“ und „Coda“.

Andere Apps kennen diese Zeilen nicht. Die meisten überspringen sie, manche zeigen eine Warnung. Der Song bleibt dort lesbar, nur die Knöpfe fehlen. Mehr dazu auf der Seite GigSpace-Erweiterungen.

Umgekehrt gibt es Standard-Direktiven, die in GigSpace keine Wirkung haben, etwa {new_page} oder {columns}. Seiten gibt es am Bildschirm nicht, und die Spalten stellst du unter Darstellung ein. Der Editor sagt dir, welche Zeilen er aus diesem Grund überspringt.